Vortragsreihe „Treffpunkt Energie“ der EWK:
Dem Schimmel keine Chance
Die Energie- und Wasserversorgung Kirchzarten GmbH (EWK) will zukünftig die Bürger über aktuelle Themen informieren – in Form von Informationsveranstaltungen unter dem Titel „Treffpunkt Energie“. Ziel ist, so die Energiewende im Dreisamtal aktiv mitzugestalten und über Themen zu informieren, die nah am täglichen Leben in unserer Region sind. Das Motto der Reihe lautet: „Wir informieren - Sie profitieren“, der Eintritt ist frei. Die erste Veranstaltung dieser Reihe ging Ende September über die Bühne – in der Rainhofscheune. Geplant ist, die Vorträge an wechselnden Veranstaltungsorten stattfinden zu lassen, die ortsteilbezogen ausgewählt werden, um alle Kunden zu erreichen.
Themen dieser ersten Veranstaltung war „Feuchte und Schimmelpilz im Haus: Entstehung und Bekämpfung, Vermeidung und Vorbeugung“ sowie „Wärmeschutz im Altbau: Weitsichtig planen, sinnvoll sanieren, Vorteile sichern.“ Jörg Brandhorst, Bauphysiker, der mit seinem Bonner Büro seit über 25 Jahren in den Bereichen der Altbausanierung, der Bauphysik und des ökologischen Bauens tätig ist, erläuterte Ursachen, Folgen und Beseitigungsmöglichkeiten dieser Problemfelder.
Brandhorst führte aus, dass Schimmelpilze durch Lebensmittel und die Luft in Wohnungen getragen werden – was an sich kein Problem darstelle. Herrscht aber in den Räumen eine gewisse Feuchte, beispielsweise wegen unzureichender Dämmung, nicht ausreichender Belüftung oder zu geringer Heizung, dann vermehren sich diese Kulturen explosionsartig. Die höchste Innenraumbelastung finde sich in der Nähe des Mülleimers, in Staubsaugern und in Betten und Kissen. Das heißt, dass eine Innenraumbelastung nicht automatisch mit einem Mangel oder Schaden gleichzusetzen ist. Erst wenn die Belastung innen größer sei als außen oder wenn Schimmelkulturen an Bauteilen oder Schränken wüchsen, dann liege ein Schaden vor.
Gesundheitliche Relevanz haben unter den Schimmelpilzen drei Arten: Müllkeime, der Wasserschadenpilz und der in Trockenfrüchten, Kaffeesatz und Lebensmittel zu findende „Aspergillus flavus“. Alle anderen Schimmelpilzarten seien eher harmlos. Weitere Probleme mit gesundheitlichen Folgen bilden, so Brandhorst, Bakterien, die meist durch säuerlichen Geruch auf einen anhaltenden Wasserschaden hinweisen sowie Hausstaubmilben. Letztere stellten das gesundheitlich schwerwiegendste Problem dar.
Natürlich können alle diese „Problemfälle“ gelöst werden, so Brandhorst. „Aber es ist besser ihnen mit ausreichender Wärmedämmung, ausreichender Lüftung und ausreichender Beheizung gar keine Chance zur Entstehung zu geben!“ Um dies zu erreichen, müsse, so der Referent weiter, das Gebäude als Ganzes gesehen werden: „Alte Bauteile und neue Fenster – dies kann zu erheblicher Innenraumfeuchte führen und damit zu Schimmelpilzbildung!“ Eine wärmetechnische Sanierung eines älteren Gebäudes kann nicht nur aus gesundheitlichen Gründen sinnvoll sein, es trägt auch zur Erhaltung der Bausubstanz bei und erhöht – durch niedrigeren Energieverbrauch – die Wirtschaftlichkeit des Hauses. Bei baulich schwierigen Verhältnissen kann eine Fassadendämmung die richtige Lösung darstellen.
In der an den Vortrag anschließenden Fragerunde konnten die Besucher individuelle Fragen an den Referenten stellen, wodurch die Information zu den behandelten Themen noch weiter vertieft wurde. Allgemein wurde das Fazit gezogen, dass mit dieser Art von Vorträgen Bürger und EWK-Kunden in die Lage versetzt würden, gezielter etwaige Probleme anzugehen.