Stationen der Wasserversorgung – Quellen und natürliche Wasserläufe bestimmten bereits die Standortwahl früher Ansiedlungen. Doch wie entwickelte sich die Wasserversorgung zum heutigen Stand?

1800
Die Geschichte der heutigen Wasserversorgung Kirchzarten beginnt um 1800: 1818 wird berichtet, dass es schon eine öffentliche Wasserversorgung gab. 1887 erfolgte der Spatenstich zum Bau der ersten Wasserleitung zur Erschließung des Quellgebiets im Gewann Schlempenfeld.

1913
Bereits 1913 verhandelte man mit dem Badischen Domäne-Amt über den Erwerb der Thaddäusquellen im Zastlergebiet. Allerdings konnte die Gemeinde den Kaufpreis von 2.500 Goldmark nicht aufbringen. Der Vertragsabschluss erfolgte erst 1926 – zum Kaufpreis von 1.500 Reichsmark.

1920
Bis dahin war die Gemeinde in den 1920er Jahren zeitweise in einer „Wasserklemme“: Ein 1923 gebautes Pumpwerk mit Tiefbrunnen konnte nur die tiefgelegenen Ortsteile mit Trinkwasser versorgen. Die Beileitung der Thaddäusquellen, für die Kosten in Höhe von 68.000 Reichsmark ermittelt wurden, konnte wegen Geldmangels und Verweigerung der Genehmigung durch die Staatsbehörde nicht gebaut werden. Alternativ wurden weitere Tiefbrunnen errichtet.

1949
1949 – 50 erfolgte dann der Bau des ersten Hochbehälters am Giersberg. 1961 wurde die Beileitung der Thaddäusquellen aus dem Zastlertal umgesetzt: Leitungslänge 4.600 m, Höhenunterschied 160 m, Kosten für
das gesamte Projekt 250.000 Mark. Seither ist das Versorgungsnetz beständig weiter ausgebaut worden.

1970
1970 wurde der Wasserlieferungsvertrag mit dem Wasserversorgungsverband Himmelreich abgeschlossen, 1973 die Kleislewaldquellen im Zastlertal erworben, 1976 die Fassung und Beileitung in 900 m Höhe fertiggestellt.

1985
1985 – 86 wird der heutige Hochbehälter am Giersberg mit Aufbereitungs- und Desinfektionsanlage sowie der notwendigen Verbindungsleitungen und Fernwirkanlage errichtet.

2000
Seit Januar 2000 ist die Wasserversorgung Kirchzarten in den Händen der damals neu gegründeten ewk. Ihre Wassermeister sorgen dafür, dass das Wasser zuverlässig aus
dem Zastlertal zum Hochbehälter am Giersberg und weiter in hervorragender
Qualität durch die Trinkwasserversorgung in alle Haushalte fließt. Kilometerlange Leitungen
führen vom Hochbehälter am Giersberg in jedes Haus. Der erforderliche Wasserdruck entsteht im gesamten Versorgungsgebiet durch natürliches Gefälle.

2015
Über 20.00 Menschen in Kirchzarten, Buchenbach, Oberried, St. Peter, Hinterzarten
und Breitnau beziehen ihr Wasser aus dem von der ewk betreuten Netz. Insgesamt gehören heute neben vielen Kilometern Rohrleitung 19 Hochbehälter, 4 Tiefbrunnen, 14
Quellgebiete mit 52 Einzelquellen und 2 Quellsammelbehälter zur Wasserversorgung
der ewk.