Grafik-Fassadenbegruenung Die Dämmung mit Naturmaterialien wird immer beliebter. Überall dort, wo der Raum für herkömmliches Stadtgrün durch die zunehmende Verdichtung immer knapper wird, sind derzeit sogenannte „vertikale Gärten“ im Kommen.

Vertikale Gärten und grüne Wände sind der Ausdruck einer neuen urbanen und nachhaltigen Lebensphilosophie: Sie besitzen nicht nur erstklassige Dämm-Eigenschaften, die für eine gute Energiebilanz des Gebäudes sorgen, sie filtern auch gleichzeitig Schadstoffe aus der Luft.

Der französische Botaniker Patrick Blanc gilt als Erfinder der vertikalen Gärten. Weltweit sind seine Kunstwerke aus pflanzlichen Wänden zu sehen, so zum Beispiel auch im Dussmann-Haus in der Berliner Friedrichstraße. Blanc entwickelte ein Vlies aus Recycling-Kunststoff, das ein exzellenter Nährboden für Pflanzen und Organismen ist. Hier leben zum Beispiel Bakterien und Pilzkulturen, die Schmutzmoleküle aufnehmen und als Nährstoffe an die Wurzeln der Pflanzen weitergeben, die in diesem Vlies ebenfalls Halt finden Neben der Luftreinhaltung und natürlich dem optischen Mehrwert seiner kunstvoll gestalteten vertikalen Gärten, will Blanc zukünftig auch vermehrt zur Dämmung von Gebäuden beitragen. Wie groß der Nutzen grüner Wände mit Blick auf die Energiebilanz eines Gebäudes tatsächlich ist, erforscht zum Beispiel das Institut für Hochbau und Technologie der TU Wien. „Pflanzen als Fassadenelement verändern das Mikroklima und verbessern das thermische Verhalten von Gebäuden“, erklärt Bauingenieurin Azra Korjenic, die jüngst für ihre Arbeit mit dem Umwelt-Preis der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT) ausgezeichnet wurde.

Ein vertikaler Garten ist ein sehr gut funktionierendes Ökosystem und dazu eine perfekte natürliche Klimaanlage. Denn die lebende Fassade sorgt für Schatten und lenkt den Wind um. Gleichzeitig schaffen die Verdunstungen der Pflanzen zusätzliche Kühle. Die Luftzirkulation zwischen der Wetterschale und der Hauswand ist bauphysikalisch vorteilhaft.

Der Landtag Baden-Württemberg hat am 5. November 2014 das Gesetz der Änderung der Landesbauordnung beschlossen. Das Gesetz trat am 1. März 2015 in Kraft. Zu den geplanten Änderungen der Novelle gehört auch die Begrünung der baulichen Ordnung. Das heißt, wenn sich Grundstücke nicht begrünen lassen, sollen Dächer und Fassaden laut Novelle begrünt werden.

Mehr zur Fassadenbegrünung: Fast jede Fassade ist begrünbar, wenn sich die notwendige Fachkenntnis über Wandaufbauten und Pflanzenkenntnis vereinen. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen boden- und wandgebundenen Begrünungen. Bei der heute geforderten energetischen Bauweise ist zumeist die wandgebundenen Begrünung die richtige Lösung. Für diese innovative Technik sind verschiedene Aufbaumöglichkeiten auf dem Markt.
Informationen und Beratung finden Sie bei ausgewiesenen Fachfirmen oder der Fachvereinigung Bauwerksbegrünung e. V.: www.fbb.de