Er hängt in der Mehrzahl der deutschen Haushalte: Ein mechanischer Drehstromzähler, dessen sichtbare Drehscheibe umso schneller rotiert, je mehr Strom gerade verbraucht wird. Dieses Messgerät funktioniert nach dem Ferraris-Prinzip, benannt nach dem Italiener Galileo Ferraris: Durch 230 Volt Wechselstrom sowie die Netzspannung wird ein magnetisches Drehfeld induziert, welches das Drehen der Aluminiumscheibe bewirkt. Die Zählung der Umdrehungen ist zur bezogenen elektrischen Energie proportional. Mit der Drehscheibe ist ein Rollenzählwerk verbunden, an dessen Anzeige der Energiedurchsatz in Kilowattstunden (kWh) abgelesen werden kann.

Insbesondere Haushalte mit Nachtspeicheröfen beziehen nachts günstigeren Nachtstrom und haben daher einen Zweitarif-Zähler, also einen Stromzähler mit zwei Zählwerken. Die zeitabhängige Ansteuerung zur Registrierung des Verbrauchs nach Tag- und Nachtstrom geschieht durch eine Schaltuhr.

Exakt eingestellt
Um eine exakte Messung zu garantieren, müssen nach dem deutschen Eichgesetz alle Energiezähler, die für die Abrechnung des Energieverbrauchs genutzt werden – also auch die für Erdgas und Wasser –, regelmäßig geeicht werden. Das besiegelt die Eichmarke. In der Regel findet die Eichung mechanischer Stromzähler alle 16 Jahre statt. Nach Ablauf dieser Zeit muss neu geeicht werden, um eine weiterhin exakte Messung zu gewährleisten. Ausnahmen sind möglich. Die Eichung wird ausschließlich bei staatlich anerkannten Prüfstellen durchgeführt. Als Staatsbehörde für die Eichung zuständig ist in Deutschland die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig.
Ein übliches Verfahren zur Verlängerung der Eichgültigkeit ist die Stichprobenprüfung: Wenn sich dabei keine Beanstandungen ergeben, wird die Eichdauer aller Zähler einer Bauserie verlängert. Es werden dann aber keine neuen Eichmarken auf alle Zähler geklebt. Sollte die Marke an Ihrem Stromzähler abgelaufen sein, gilt dieser also in der Regel aufgrund einer Stichprobenprüfung weiterhin als „gültig geeicht“. Hierüber können die kommunalen Versorger exakt Auskunft geben, denn sie sind verpflichtet eine Turnusliste der Eichung zu führen.
Zur Eichung oder auch bei einem Defekt wird der Zähler beim Verbraucher ausgebaut und durch einen neuen ersetzt.
Ergibt die Eichung ein positives Ergebnis, kann der Zähler wieder neu eingebaut werden. Die Mehrzahl der mechanischen Zähler wird übrigens im Alter langsamer und misst somit weniger Energie als tatsächlich verbraucht wurde.